Experiment Druckgraphik

Mit der Reihe „Experiment Druckgraphik“ will der Verein druckgraphische Kunst junger bildender Künstler, Studenten und Absolventen Berliner Kunsthochschulen, einem breiten Publikum präsentieren.

Sie wurde im Jahr 2018 ins Leben gerufen und wird seitdem durch Karolin Hägele in Zusammenarbeit mit den Kunsthochschulen organisiert und betreut..

Proxy Memory – Experiment Druckgraphik 2023

Maximilian Hannes / LS4849 / 2022 / Radierung (Mezzotinto) / 6 cm x7 cm auf 53,8 cm x 38 cm Büttenpapier
Bella Böttcher / O.T. / 2022 / Radierung / 24 cm x 30cm
Merit Himmelreich / Im Ring / 2023 / Lithografie auf Stoff / 60 cm x 52 cm

● Maximilian Hannes
● Bella Böttcher
Merit Himmelreich

Studierende der Universität der Künste Berlin zeigen ihre Werke

Vernissage: Freitag, 8. Dezember 2023, 18 Uhr

Einführende Worte: Karolin Hägele

Pappkarton-Performance „Hairpiece“ mit Livia Rauch

Studio Bildende Kunst, John-Sieg-Str. 13, 10365 Berlin

Was passiert, wenn Räume abgedrückt, abgedruckt und multipliziert werden? Der Frage gehen die druckgrafischen Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler nach und erscheinen als Stellvertreter für räumliche Erinnerungen und Beobachtungen. Über Fassaden und Bäume, baufällige Räume und Traumschäume verlaufen die Spuren des Gedächtnisses, deren Ursprünge in der Vermittlung durch den Druck nicht immer klar erkennbar sind.

Bella Böttcher

beschäftigt sich in dessen künstlerischer Arbeit mit der Erkenntnis, dass die Beständigkeit von dem, was erhalten bleibt, dem Zufall unterliegt. Allen voran die Erinnerungen entziehen sich unserer Kontrolle und präsentieren sich oft in fragmentarischer Form. Daher entstehen deren Werke im Wesentlichen aus einem Dialog mit sich selbst und den Erinnerungen. Bella nutzt dessen Aphantasie und Erinnerungsprobleme, um den Raum zwischen der subjektiven Erinnerung und der objektiven Realität zu erkunden. Die permanente Beschäftigung mit dem, was Bella noch weiß und die Übertragung nicht-bildhafter Erinnerungen in eine bildhafte Ebene, sind essenziell für deren Werke. Es ist ein Versuch der fiktiven Rekonstruktion von Orten und Erlebnissen, ein Abbild der Dynamik zwischen dem Flüchtigen und dem Dauerhaften. Die Auseinandersetzung mit deren Traumwelt ist ebenso wichtig für die Erstellung der Werke, da es der einzige Ort ist, an dem Bella eine bildhafte Vorstellungskraft hat. Dessen Kunst lebt von dem ständigen Bedürfnis, Erfahrungen und Erinnerungen festzuhalten und zu dokumentieren. Sie lädt Betrachter*innen ein, sich zu verlieren und Bezüge zu erstellen, selbst wenn sie zunächst nicht offensichtlich scheinen. Geboren 2002 in Berlin, hat Bella Böttcher im Jahr 2021 das Studium der Bildenden Kunst an der Universität der Künste Berlin aufgenommen und ist seit 2022 Mitglied der Fachklasse Karsten Konrad.

https://www.instagram.com/bellaboett/

Maximilian Hannes

legt in seiner künstlerischen Arbeit den Schwerpunkt auf urbane Architektur. Ihn fasziniert der Pragmatismus und die damit einhergehende Ästhetik von Fassaden und Perspektiven. Durch die Anwendung von Malerei, Zeichnung und Druckverfahren arbeitet er diese Faszination heraus und erforscht dabei die Rhythmen und Unregelmäßigkeiten im architektonisch homogenen Umfeld. Der Hauptbestandteil seiner Bildfindung besteht aus dem Variieren und Überlagern von Abfolgen und Blickrichtungen sowie der gezielten Addition perspektivischer Irritationen. Dabei liegt sein Augenmerk auf der Herausstellung der Struktur, ebenso wie auf der Reproduzierbarkeit und der damit einhergehenden Abnutzung der verwendeten Materialien.Maxi, 1997 in Gifhorn geboren, widmet sich seit 2018 dem Studium der Politikwissenschaften und Bildenden Kunst an der Universität der Künste Berlin. Seit 2019 studiert er in der Fachklasse für Malerei bei Prof. Thilo Heinzmann. Seit April 2023 ist er bei Prof. Dr. Barbara Wittmann am Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Universität der Künste Berlin beschäftigt, seit Oktober 2023 arbeitet er als Lehrer für Politische Bildung und Geschichte am Leonardo-da-Vinci Gymnasium in Berlin.

https://www.instagram.com/maxxi.hannes/

Merit Himmelreich

spielt in den ausgestellten Lithografien mit der Erinnerung an Träume. Sie finden sowohl in linearer Erzählgestalt – wie den Panels der Bildergeschichte – als auch in bruchstückhaften Formen Eingang in die Bildwelt. In Proxy Memory werden drei Serien gezeigt: Die Serie ‚Spotlight’ sucht nach der Erhellung verschiedener Optionen und beleuchtet die emotionale Dimension von Wendepunkten. In der Konzeption der künstlerischen Arbeit stehen Prozesshaftigkeit und Überlagerungen im Mittelpunkt. Die Serie ‚Wut und Spiel‘ befasst sich mit Sport- und Kirmesattraktionen, in denen der Ausdruck von Wut in sportlichen Aktivitäten genießbar gemacht wird. Auch die Erzählungen der ‚Comic’ Serie spinnen sich um Traumgeschichten, an deren Wendepunkt eine Erleichterung eintritt.
Merit Himmelreich wurde 1995 in Hannover geboren und ist dort aufgewachsen. Seit 2018 studiert sie Politikwissenschaften und Bildende Kunst an der UdK. Sie studiert in der Fachklasse von Prof. Ina Weber und arbeitet seit 2022 als Tutorin in der Werkstatt für Lithographie.

Experiment Druckgraphik 2022 – Filz und Fett

Theseas Efstathopoulos, o.T. aus der Serie “encountering becomings”, Collagraph auf Büttenpapier, 30x32cm, Unikat
Gema Gubianas,, 2021, o.T. aus der Serie „un silencio como un fuego, una casa de silencio“// „eine Stille wie ein Feuer, ein Haus der Stille“, Monotypie auf 320gr Büttenpapier, 54×79 cm, Unikat
Devi Sund Rojo, Strick (2), 2022, Farbstoff und Siebdruck auf Baumwolle, 45 x 30 cm

● Theseas Efstathopoulos
Gema Gubianas
Devi Sund Rojo

Ausstellung von 23. September bis 3. November 2022
STUDIO BILDENDE KUNST
GALERIE & WERKSTATT FÜR KÜNSTLERISCHE GRAPHIK

Vernissage: Donnerstag, 22. September 2022, 19 Uhr
Einführung: Pedro Boese, Druckwerkstatt, KHB
Musik: DJ MonJerry

Studierende der weißensee kunsthochschule berlin zeigen ihre Arbeiten

Pablo Boese: Laudatio zur Ausstellung „Experiment Druckgrafik – Filz und Fett“ im „Studio Bildende Kunst – Galerie & Werkstatt für Künstlerische Graphik“, Berlin, initiiert vom „Graphik-Collegium Berlin e.V.“, am 22. September 2022

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich begrüße Sie herzlich zur Ausstellung „Experiment Druckgrafik – Filz und Fett“ in den Räumen des Studio Bildende Kunst, die vom Graphik-Collegium Berlin e.V. initiiert wurde. Schön, dass Sie so zahlreich erschienen sind.
Ich heisse Pedro Boese und leite die Radierwerkstatt an der Kunsthochschule Weissensee in Berlin. Karolin Hägele vom Vorstand des Vereins hat mich gebeten eine Einführung in die Werke zu geben. Vielen Dank für die Einladung.
Der Verein Graphik-Collegium Berlin präsentiert mit dem Ausstellungsformat „Experiment Druckgrafik“ seit 2018 druckgrafische Positionen von Studierenden der Universität der Künste und der Kunsthochschule Weißensee, im wechselnden Turnus.
Die Auswahl der Arbeiten für diese Ausstellung haben Karolin Hägele, Bildende Künstlerin und Vorstandsmitglied des Graphik-Collegiums, Louise Drubigny, Leiterin der Siebdruckwerkstatt-Textil und Johannes Witt Leiter der Werkstatt für Lithografie an der Kunsthochschule Weissensee vorgenommen. Zu sehen sind hier Grafiken von Devi Sund Rojo, Gema Gubianas und von Theseas Efstathopoulos.
Devi Sund Rojo studiert an der khb Malerei im 9. Semester. Sie arbeitet überwiegend in der Siebdruckwerkstatt.
Meine Kollegin Louise, die ihre Arbeit sehr gut kennt und in der Werkstatt begleitet, beschreibt Devis Vorgehen mit folgenden Worten:
Devi (Sund Rojo d.R.) ist keine Druckerin, Devi ist eine Malerin. Sie arbeitet hart daran, so gut zu sein, dass der Druckprozess nicht wirklich relevant ist. Sie hat den Druckprozess vollkommen verinnerlicht und dennoch geht es nicht um das Drucken – die Technik des Siebdrucks ist für sie eher eine „Spielregel“, mit der sie zu arbeiten beschloss – mit Schichten, die das Bild von hinten nach vorne aufbauen. Sie ist gleichzeitig auf der Suche nach einem glücklichen Zufall oder einer Überraschung und probt dafür tagelang bis es dann auch wirklich passiert. Sie schafft eine Bühne, auf der das Bild zu vibrieren beginnt.Devi taucht in ihre Projekte ein. Sie taucht ein in Materialien und in Farben, sie hat ein gutes Auge und Gespür für Farben. Wenn sie sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentriert, kann sie anfangen über den Stoff zu lachen oder sich über einen winzigen rebellischen Faden aufregen. Ihr Arbeitsprozess ist buchstäblich ein Dialog mit dem Material, den Formen und den Farben.
Für diese Ausstellung hat Devi eigens in situ – Arbeiten entwickelt. Fragmente aus vorgefundenen Ornamente im Haus wurden aufgegriffen, in ihre Siebdruckbildwelt überführt um sie anschliessend wieder mit der architektonischen Gegebenheit der Wandkassetten vor Ort zu verschmelzen.

Gema Gubianas ist ebenfalls im 9. Semester und studiert Malerei. Gema nutzt seit dem Grundlagenstudium die Radierwerkstatt konstant. Ihre Neugier hinsichtlich der handwerklichen Möglichkeiten die der Tiefdruck bietet, hat dazu geführt, dass sie alle Techniken erprobt, vertieft und kombiniert hat, von der Strichätzung bis zur Fotoradierung um letztlich bei jener Technik zu münden, die am wenigsten mit der klassischen Eigenschaft von Druckgrafik, der Reproduktion zu tun hat: die Monotypie. Bei der Monotypie wird das Motiv auf einer Druckplatte gemalt um es anschliessend nur ein mal zu drucken. Der Unterschied zu einem direkt auf Papier gemalten Motiv ist, dass der Farbauftrag durch einen einzigen Druckgang simultan erfolgt und die Ölfarbe dabei in das feuchte Büttenpapier gepresst wird. Gema malt den ganzen Tag an einem detailreichen und farbopulenten Motiv mit dünnem Pinsel und fettreichem Medium um es kurz vor Feierabend dann in einem Druckgang mit äußerster Präzision und Konzentration in die Bütte zu pressen: alles muss sitzen, einen zweiten Versuch kann es nicht geben. Die Wirkung der Drucke im Vergleich zu direkt gemalten Bildern ist distanzierter, da der
Duktus „über Bande“ auf dem Bildträger gedruckt wird. Diese Distanz wählt Gema bewusst, weil somit das Erhabene ihrer üppig-floralen, schreinenartigen Gewächse, am besten zur Geltung kommt.
Theseas Efstathopoulos ist im Meisterschülerjahr der Bildhauerei. Theseas hatte von Anbeginn eine konkrete Vorstellung eines druckgrafischen Projektes, das er in der Radierwerkstatt realisieren wollte und tat dies sehr intensiv und mit viel Experimentierfreude am Material. Die Technik die er für seine Farb- und Formuntersuchungen gewählt hat, nennt sich Collagraphie und ist auch bekannt unter der Carborundum-Technik. Dies ist eine additive Technik die ganz ohne Ätzprozess auskommt. Mit acrylbasierte Bindemittel wird einer Melange aus Füllstoffen hergestellt und somit das Motiv auf dem Druckstock aufgebaut. Künstler*innen machen sich dieseTechnik zunutze meist um stark malerische Akzente im größeren Format zu erzielen. Bei Theseas kam darüber hinaus noch ein weiterer wichtiger technischer Aspekt hinzu, nämlich der des Viscosity-printing. Darunter versteht man den Mehrfarbdruck in einem Druckgang. Um dies zu ermöglichen werden Farben in unterschiedlicher Viskosität auf einem Druckstock zeitgleich aufgetragen. Die verschiedenen Viskositäten führen dazu, dass die Farben sich auf der Platte nicht vermischen. Dieses Ansinnen verlangt viel Forschungsarbeit und eine analytische, ja beinahe alchimistische Vorgehensweise, die Theseas sehr diszipliniert verfolgt hat. Seine Resultate entwickeln eine erstaunliche Farbkraft mit sehr harmonischen Klängen.
Das Konzept das dieser Ausstellungsreihe zugrunde liegt, fördert nicht allein die Entwicklung von Studierenden durch die erworbene Ausstellungspraxis, sondern lotet auch Grenzen aus, von dem wie Druckgrafik in künstlerische Prozesse integriert werden kann, unabhängig von traditionellen Verfahren oder Vorstellungen von dem was
Druckgrafik sein soll.

Im Namen der Kunsthochschule Weissensse bedanke ich mich beim Graphik-Collegium Berlin e.V. für die initiative Drucke von Studierenden zu zeigen, recht herzlich.
Auch Danke ich das Team vom Studio Bildende Kunst für die Unterstützung zur Realisierung der Ausstellung.
Noch ein Hinweis: ab 20.30 gibt es musikalisches vom DJ MonJerry mit echten Platten und realen Tellern.
Ich wünsche uns allen nun noch einen regen Austausch und einen angenehmen Abend.
Vielen Dank.
Pedro Boese, Berlin 21. September 2022

Experiment Druckgraphik 2021 – Nur zwei Dinge/

● Julia Kadow
Mathias Manglus
Rebecca Zerbe

(Ehemalige) Studierende der Universität der Künste Berlin zeigen ihre
Arbeiten aus den Werkstätten.

Ausstellung von 4. September bis 8. Oktober 2021

Vernissage: Freitag, 3. September 2021, 18 Uhr,
im Rahmen der Langen Nacht der Bilder 2021

Einführung: Steffen Tschesno
Musik: Pablo Polito (Gitarre) & Rainer Volkenborn (Bandoneon)

Wir laden Sie, Ihre Angehörigen und Freunde herzlich ein.

STUDIO BILDENDE KUNST
GALERIE & WERKSTATT FÜR KÜNSTLERISCHE GRAPHIK

John-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin

Nähe S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee,
Tram 16, M13

Tel.: 030 / 553 22 76, www.kulturring.berlin
Graphik-Collegium Berlin e.V.
E-Mail: graphik-collegium-berlin@web.de

Öffnungszeiten:
Mo – Fr 10 – 18 Uhr, Sa nach Vereinbarung

Für Gottfried Benn waren es ´die Leere und das gezeichnete Ich`, doch ´Nur zwei Dinge` können vieles sein. Zwei Dinge können ein (Gegensatz-)Paar bilden. Sie können aber auch völlig getrennt voneinander sein. Das Wort ´nur` kann als Mangel von etwas interpretiert werden, aber auch als ein Reduzieren auf das Wesentliche. Mangel kann für jeden etwas anderes sein. Wesentlich kann für jeden etwas anderes sein.
Unter dem vieldeutigen Titel ´Nur zwei Dinge` stellen drei (ehemalige) Studierende der UdK Berlin gemeinsam aus, die sehr verschieden arbeiten und doch dadurch verbunden sind, dass sie sich alle auch mit dem Medium der Radierung auseinandersetzen.
Julia Kadow, Mathias Manglus und Rebecca Zerbe arbeiten auf ganz unterschiedliche Art mit den vielseitigen Möglichkeiten der Radierung.

Julia Kadow
Geboren 1987 in Greifswald
2008-2012 B.A. Mode- und Designmanagement an der AMD Hamburg
2015-2021 B.A. & M.Ed. Lehramt in den Fächern Bildende Kunst und Geographie (Fachklasse Mark Lammert)
Lebt und arbeitet in Berlin
https://www.instagram.com/juliakadow/

Mathias Manglus
Geboren 1990 in Münster
Seit 2017: Studium Deutsch und Kunst an der Universität der Künste in Berlin
Seit 2018 in der Fachklasse für Malerei und Zeichnung bei Mark Lammert
Seit 2019 Arbeit als Tutor in der Radierwerkstatt der UdK

Rebecca Zerbe
Geboren 1994 in Berlin
2015-2021 Studium Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin
2019/20 Stipendium der Dorothea Konwiarz Stiftung
2021 Meisterschülerin bei Prof. Mark Lammert
Lebt und arbeitet in Berlin

Experiment Druckgraphik 2020 – 3 x Graphik

Einladung zur Ausstellunng "Experiment Druckgraphik - 3 x Graphik" - Arbeiten von Alex Weise, Carolin Bernhofer, Frank Sievers

● Alex Weise – Lithographie
● Carolin Bernhofer – Lithographie
● Frank Sievers – Radierung

Ausstellung zu sehen ab Donnerstag, dem 3. September, 19 Uhr
bzw. Freitag, dem 4. September 2020, der Langen Nacht der Bilder,
bis  Freitag, den 9. Oktober 2020.

Graphik-Collegium Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste / Druckwerkstatt Lithographie und Kulturring in Berlin e.V.

Schirmherr: Michael Grunst, Bezirksbürgermeister von Berlin-Lichtenberg

Wir laden Sie, Ihre Angehörigen und Freunde herzlich ein.

Studio Bildende Kunst – Villa Skupin
John-Sieg-Straße 13
10365 Berlin

Nähe S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee, Tram 16, M13
Telefon: 030 / 553 22 76, www.kulturring.berlin

Öffnungszeiten: Montag  bis Freitag 10 bis 18 Uhr

Kontakt Graphik-Collegium Berlin e.V.: c/o Studio Bildende Kunst,
John-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin

E-Mail: graphik-collegium-berlin@web.de

Für alle Besucher gelten die aktuellen Bestimmungen zum Infektionsschutz während der Corona-Pandemie. Dazu gehören das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das Einhalten des Mindestabstands von 1,5 m innerhalb der Räume und vor dem Haus. Der gleichzeitige Aufenthalt im Ausstellungsbereich ist nur in kleinen Gruppen möglich. Tragen Sie bitte am Eingang Ihre Kontaktdaten in die ausgelegte Besucherliste ein. Diese dient dazu, mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können und wird nach 4 Wochen vernichtet. Die Eintragung in die Besucherliste ist obligatorisch. Beachten Sie bitte die weiteren konkreten Hygienevorschriften vor Ort.

Wer sich als Künstler des 21. Jahrhunderts den traditionellen druckgraphischen Techniken verschreibt, gilt häufig als rückwärtsgewandt und demzufolge schlimmstenfalls als belanglos.
Carolin Bernhofer, Frank Sievers und Alex Weise treten mit ihren Arbeiten den Gegenbeweis an. Als Künstler und Drucker in Personalunion machen sie deutlich, daß die Berufung auf kulturelles Erbe durch den Gebrauch klassischer Drucktechniken nicht im Widerspruch zu künstlerischer Aktualität stehen muß.
Radierung und Lithographie in der hier präsentierten Form erweisen sich durch die experimentelle Nutzung und künstlerische Interpretation im besten Sinne als zeitgenössisch, mehr noch – die gezeigten Arbeiten sind in Form und Inhalt gegenwärtig und überzeitlich zugleich.

Alex Weise

geboren 1977 in Hildesheim
2001 – 2006 Magisterstudium an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Europäische Kunstgeschichte, Ostasiatische Kunstgeschichte, Evangelische Theologie)
2006 – 2013 Studium Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Herbert Brandl, Siegfried Anzinger und Felix Bauer
2012 Ernennung zur Meisterschülerin und Beginn der Beschäftigung mit der Lithographie
2013 Stipendium an der Rodchenko Art School Moskau
2017 Stipendium am Münchner Künstlerhaus / Steindruck München
2018 – 2020 Gastdozentin für Lithographie an der Universität der Künste Berlin
Alex Weise lebt und arbeitet in Bremerhaven und Berlin.

Carolin Bernhofer

geboren 1986 in Traunstein
2006 – 2012 Diplomstudium Mathematik an der Ludwig-Maximilians-Universität München
2011 – 2012 Studium Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel und seit 2013 an der Universität der Künste Berlin bei Mark Lammert
Carolin Bernhofer lebt und arbeitet in Berlin.

Frank Sievers

1986 geboren in Bielefeld
2009 – 2012 Studium Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und
von 2012 – 2016 an der Universität der Künste Berlin
2016 Ernennung zum Meisterschüler von Mark Lammert
2018 Stipendium am Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop, im Austausch mit der Fyns Grafiske Vaerksted, Odense, Dänemark
2013 Anerkennungspreis für Grafik der Walter Stöhrer Stiftung
2016 Anerkennungspreis für Grafik und Zeichnung der Helmut Thoma Stiftung
Frank Sievers lebt und arbeitet in Berlin.

Experiment Druckgraphik 2019 – on the go

Daniel Ewinger
● Tomoko Mori
● Katja Pudor

Ausstellung vom 26. Oktober bis 21. November 2019
Graphik-Collegium Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit der weißensee kunsthochschule berlin und Kulturring in Berlin e.V.
Vernissage: Freitag, 25. Oktober 2019, 19 Uhr
Einführung: Birgit Effinger
Live-Performance „Service – ein Videofongespräch“ (1996 / 2019):
Steffi Weismann

Wir laden Sie, Ihre Angehörigen und Freunde herzlich ein.

Studio Bildende Kunst – Villa Skupin, John-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin
Nähe S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee, Tram 16, M13
Telefon: 030 / 553 22 76, www.kulturring.berlin
Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 18 Uhr, Sa 14 – 18 Uhr

Unterstützt durch das Bezirksamt Lichtenberg von Berlin

Abbildungen oben, v.l.n.r.:
Daniel Ewinger. Wohnung, 2017, Lithographie auf Alt Nürnberger Büttenpapier, 59,4 x 42cm
Tomoko Mori, o.T., 2017, Risographie, 40 x 30 cm
Katja Pudor, Protocols of remembering #19, 2019, Vinylcut on antique paper, 35,5×28,5 cm

In unserem Alltag sind wir ständig in Bewegung und auf der Durchreise: Auf dem Weg zur Arbeit, zum Treffpunkt mit Freunden, zur Universität oder zum Einkaufen etc. und manchmal schlürfen wir auch nur einen Becher Kaffee auf einer Bank. Bei diesen Wegen werden wir direkt wie auch indirekt von dem beeinflusst, was wir im Vorübergehen finden und wahrnehmen, welche Qualitäten Orte entfalten und wie Stadträume repräsentiert werden.
Daniel Ewinger, Tomoko Mori und Katja Pudor nehmen ihre Fundstücke, Wahrnehmungen und die Wirkung von Orten zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Auseinandersetzung im Medium der Druckgrafik.
So nimmt Daniel Ewinger Alltagsereignisse und Beobachtungen zum Ausgangspunkt für seine Lithographien mit reduzierten Kompositionen.
Tomoko Mori’s Risographie-Zyklus beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Individuum und räumlicher Gesamtheit und bezieht konkret auch die Lage des Ausstellungsortes – die Villa Skupin – in Lichtenberg in direkter Nachbarschaft zu den Plattenbauten mit ein.
Katja Pudor überarbeitet gefundene fotografische Stadtansichten mit mehreren Druckvorgängen, hebt dieses oder jenes hervor oder bringt es zum Verschwinden und erfindet dabei neue Konstruktionen des Verweisens und des Verwandelns.
Die drei Künstlerinnen setzen sich auf unterschiedliche Weise mit den Möglichkeiten der manuellen Druckgrafik auseinander. Sie sind Meisterschülerinnen der Weißensee Kunsthochschule Berlin und leben und arbeiten in Berlin.

Birgit Effinger

Daniel Ewinger

Seine Arbeitsweise ist fragend, ergebnisoffen, begleitet von aufmerksamer, reflektierender Unruhe, die auch seinen Umgang mit der Drucktechnik prägt. So zeigen seine druckgrafischen Arbeiten ein vibrierendes Innenleben und scheinbar unbändige Formationen. Aufhänger dieser Lithographien sind häufig alltägliche Entdeckungen und Eindrücke von Orten, die sich in einem fortlaufenden dialogartigen Prozess in den Arbeiten niederschlagen.
Nach einem erfolgreichen Abschluss in Malerei/ Freie Kunst an der Weißensee Kunsthochschule Berlin ist Daniel Ewinger seit 2018 im Meisterschülerstudium bei Prof. Pia Linz.
Er hat ein Atelierstipendium der see up workspaces – Studioförderung
für Absolvent*innen und ist in zahlreichen Ausstellungen präsent u. a. Defying Currents, the shelf, Berlin 2018, Winter Solstice Supermix, Fata Morgana, coGalleries, Berlin 2017, Playlist, Erratum Galerie, Berlin 2017, Fluxus+studis 2017, Museum Fluxus, Potsdam 2017, Die Bilder der Anderen, Kommunale Galerie, Berlin, 2016.
www.danielewinger.com

Tomoko Mori

greift in ihren Arbeiten oft räumliche Versatzstücke oder auch Erinnerungen an bestimmte Orte auf. Ihr Arbeitsprozess ist vom Wechselspiel zwischen konzeptioneller Herangehensweise und intuitivem Umgang mit mentalen Bildern und Eindrücken geprägt. So wurde die installative Wandarbeit ‚Blau’ im Jahr 2017 anlässlich einer Ausstellung im Bruno-Taut Haus in Britz konzipiert und nun im veränderten räumlichen Kontext in einer ortsspezifischen Kombination neu zusammengestellt.
Tomoko Mori hat 2014 ihre Meisterschülerinnenausbildung an der Weißensee Kunsthochschule absolviert; sie war 2019 Stipendiatin des Künstlerhauses Lukas in Ahrenshoop und 2018 Stipendiatin des Goldrausch Künstlerinnenprojektes.
Ihre Arbeiten sind in vielen Ausstellungen präsent u.a. Foreign Affairs, art perspectives, Pop-up Galerie, Berlin 2019, Painting Painting Painting, Raum Vollreinigung, Berlin 2019, THE AH-NESS OF THINGS, Projektraum Bethanien, Berlin 2019 und Einzelausstellung
Backstage in der Galerie Inga Kondeyne, Berlin 2019.
www.tomokomori.de

Katja Pudor

überlagert in ihren Arbeiten mehrere Zeitebenen, Materialien und Techniken. Sie verwendet u. a. gefundene Bildquellen und geht dabei der Frage nach, wie das „Jüngstvergangene“ als Vergangenheit und zugleich Gegenwart sichtbar gemacht werden kann. Ihre Grafiken, Zeichnungen, ihre Installationen und Performances verbildlichen verschiedene Denk- und Handlungsstrukturen und markieren Schwellen zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Sie setzen im Sinne einer Archäologie der Gegenwart unterschiedliche Sedimente von Erinnerungen, Bedeutungen und Referenzen frei, die nun in neue Sinnzusammenhänge übertragen werden.
Katja Pudor hat 2005 ihre Meisterschülerinnenausbildung an der Weißensee Kunsthochschule Berlin absolviert und zahlreiche Stipendien
erhalten u. a. 2016 das Arbeitsstipendium Bildende Kunst, Schloß
Wiepersdorf, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des
Landes Brandenburg und 2009 das Arbeitsstipendium Bildende Kunst
der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Sie ist an zahlreichen Ausstellungen beteiligt u. a. in Flüchtige Entwürfe, Deutscher
Künstlerbund, Berlin 2019, Kunst gegen Rechts, Uferhallen Wedding,
Berlin 2019, verve, Pavillon am Milchhof, Berlin 2019 und ist oft auch
Initiatorin und Kuratorin großer Ausstellungsprojekte mit zahlreichen
Beteiligten wie jüngst das Ausstellungsprojekt mit 50 künstlerischen
Positionen put on paper, Errant Sound Project Space, Berlin 2019.
www.katjapudor.de

Experiment Druckgraphik 2018

Carolin Bernhofer / Deutschland
Marta Djourina / Bulgarien
Ahmed Ramadan / Syrien

Lithographien

Ausstellung von Graphik-Collegium Berlin e.V. im Studio Bildende Kunst Berlin-Lichtenberg in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste / Druckwerkstatt Lithographie
23. Juni bis 3. August 2018

Vernissage: Freitag, 22. Juni 2018, 19 Uhr

Grußwort: Michael Grunst / Bezirksbürgermeister
Laudatio: Dr. Anita Kühnel / Kunsthistorikerin
Musik: Jonathan Calmet / Violine

Bildvortrag: Mittwoch, 27. Juni 2018, 18 Uhr
„Franz Maria Ferchl und die Annalen der Lithographie“
Jürgen Zeidler, Künstler und Drucker, über ein verschollen geglaubtes Manuskript zur Frühzeit von Steindruck und Lithographie.

Studio Bildende Kunst – Villa Skupin, John-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin
Telefon 030 / 553 22 76
http://graphik-collegium.blogspot.de, http://www.kulturring.org

Öffnungszeiten: Mo – Do, 10 – 20 Uhr; Fr, 10 – 18 Uhr; Sa, 14 – 18 Uhr

Schirmherr: Michael Grunst, Bezirksbürgermeister von Lichtenberg von Berlin
Gefördert durch die BVV Lichtenberg von Berlin.

Eine Ausstellung mit dem Schwerpunkt Druckgraphik ist in der heutigen Kunstszene in Deutschland alleine schon ein Experiment. Hinzu kommt eine unverstellte experimentelle Herangehensweise an das Medium Druckgraphik der drei Künstler*innen, hier konzentriert auf die Technik der Lithographie.
Carolin Bernhofers Bilder beziehen ihre Spannung und Ausdruckskraft aus der Kombination von graphischen und malerischen Bildelementen, von dynamischer, einfarbiger Zeichnung und beruhigten, farbigen Flächen. Variable Muster, Raster durch elementare Formen wie Linien, Vierecke, Quader, aber auch skripturale Elemente, Chiffren, ähnlich Ziffern oder Buchstaben prägen diese Bilder. Sowohl die Muster als auch die geometrischen Systeme obliegen keinen starren Vorgaben. Das ermöglicht die Entstehung von neuen visuellen Bildfindungen, die nicht statisch sind, sondern die Kapazität haben sich ständig zu verändern. Flüchtigkeit und Beständigkeit als Lebenserfahrungen sind so diesen Bildern immanent.
Fotografische Bilderfahrungen bilden die Grundlagen im graphischen Schaffen von Marta Djourina. Das Licht wird malerisches Mittel im diffusen Wechsel von Licht und Schatten in den stark abstrahierten, lyrisch-meditativen Bildern. So entstehen einzigartige Bilder, in denen der flüchtige Moment im Vergehen und Aufscheinen des Lichtes lyrisch festgehalten ist. Dabei verdichtet sie diese Farb- und Formmodulationen entweder zu plastisch-reliefartigen amorphen oder biomorphen Flächenornamenten, ähnlich geographischer Landschaftsformen, bis hin zu imaginären Räumlichkeiten.
„Die hautnahe Erfahrung von Unmenschlichkeit war für mich eine Zäsur. Dieses Erlebnis, die Situation in Syrien und mein Leben in Deutschland prägen meine Arbeit.“ – sagt Ahmed Ramadan. So verarbeitet er in vielen seiner Bilder und Graphiken seine unmittelbaren Lebenserfahrungen von Gefangenschaft, Folter und Flucht, oft düster und unmittelbar in abstrakten Bildern oder in Bildcollagen in denen er Erinnerungen und Gegenwart verschmilzt, Schrift und Bild kombiniert. Dabei untersucht er vor allem in seinen druckgraphischen Arbeiten den durch Emigration und Migration gekennzeichneten Teil seines Lebens hin zu einem Zuhause-Gefühl. Vor allem in den auf alten Fotografieren basierenden Lithographien beschreibt er durch fortschreitendes Wegschleifen, gleichsam Wegradieren, einzelner Menschen oder Gebäude den Verlust von Heimat, Familie, Gesellschaft. Diese Motive werden zu Metaphern für den Krieg schlechthin.

Volkhard Böhm

Carolin Bernhofer

geboren 1986 in Traunstein, 2006-2012 Studium Mathematik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit Abschluss Diplom, 2011-12 Studium Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel und seit 2013 an der UdK. Neben ihrem Studium arbeitet sie im Bereich der Technologietransfer-Beratung. / www.carolinbernhofer.de

Marta Djourina

geboren 1991 in Sofia/Bulgarien, 2009-2012 Studium Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, 2012 bis 2014 Studium Kunstwissenschaft und Kunsttechnologie an der Technischen Universität Berlin, seit 2012 Kunststudium an der UdK, 2015 externes Studium Fotografie an der Glasgow School of Art. / www.martadjourina.com

Ahmed Ramadan

geboren 1988 in Tartous in Syrien, 2009 Studium an der Universität der Künste Damaskus, 2011 Verhaftung, Ausreise nach Deutschland, 2012 Studien an der UdK, seit 2013 Studium der Bildenden Kunst daselbst.