Experiment Druckgraphik

Mit der Reihe „Experiment Druckgraphik“ will der Verein druckgraphische Kunst junger bildender Künstler, Studenten und Absolventen Berliner Kunsthochschulen, einem breiten Publikum präsentieren.

Experiment Druckgraphik 2020 – 3 x Graphik

Einladung zur Ausstellunng "Experiment Druckgraphik - 3 x Graphik" - Arbeiten von Alex Weise, Carolin Bernhofer, Frank Sievers

● Alex Weise – Lithographie
● Carolin Bernhofer – Lithographie
● Frank Sievers – Radierung

Ausstellung zu sehen ab Donnerstag, dem 3. September, 19 Uhr
bzw. Freitag, dem 4. September 2020, der Langen Nacht der Bilder,
bis  Freitag, den 9. Oktober 2020.

Graphik-Collegium Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste / Druckwerkstatt Lithographie und Kulturring in Berlin e.V.

Schirmherr: Michael Grunst, Bezirksbürgermeister von Berlin-Lichtenberg

Wir laden Sie, Ihre Angehörigen und Freunde herzlich ein.

Studio Bildende Kunst – Villa Skupin
John-Sieg-Straße 13
10365 Berlin

Nähe S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee, Tram 16, M13
Telefon: 030 / 553 22 76, www.kulturring.berlin

Öffnungszeiten: Montag  bis Freitag 10 bis 18 Uhr

Kontakt Graphik-Collegium Berlin e.V.: c/o Studio Bildende Kunst,
John-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin

E-Mail: graphik-collegium-berlin@web.de

Für alle Besucher gelten die aktuellen Bestimmungen zum Infektionsschutz während der Corona-Pandemie. Dazu gehören das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das Einhalten des Mindestabstands von 1,5 m innerhalb der Räume und vor dem Haus. Der gleichzeitige Aufenthalt im Ausstellungsbereich ist nur in kleinen Gruppen möglich. Tragen Sie bitte am Eingang Ihre Kontaktdaten in die ausgelegte Besucherliste ein. Diese dient dazu, mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können und wird nach 4 Wochen vernichtet. Die Eintragung in die Besucherliste ist obligatorisch. Beachten Sie bitte die weiteren konkreten Hygienevorschriften vor Ort.

Wer sich als Künstler des 21. Jahrhunderts den traditionellen druckgraphischen Techniken verschreibt, gilt häufig als rückwärtsgewandt und demzufolge schlimmstenfalls als belanglos.
Carolin Bernhofer, Frank Sievers und Alex Weise treten mit ihren Arbeiten den Gegenbeweis an. Als Künstler und Drucker in Personalunion machen sie deutlich, daß die Berufung auf kulturelles Erbe durch den Gebrauch klassischer Drucktechniken nicht im Widerspruch zu künstlerischer Aktualität stehen muß.
Radierung und Lithographie in der hier präsentierten Form erweisen sich durch die experimentelle Nutzung und künstlerische Interpretation im besten Sinne als zeitgenössisch, mehr noch – die gezeigten Arbeiten sind in Form und Inhalt gegenwärtig und überzeitlich zugleich.

Alex Weise

geboren 1977 in Hildesheim
2001 – 2006 Magisterstudium an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Europäische Kunstgeschichte, Ostasiatische Kunstgeschichte, Evangelische Theologie)
2006 – 2013 Studium Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Herbert Brandl, Siegfried Anzinger und Felix Bauer
2012 Ernennung zur Meisterschülerin und Beginn der Beschäftigung mit der Lithographie
2013 Stipendium an der Rodchenko Art School Moskau
2017 Stipendium am Münchner Künstlerhaus / Steindruck München
2018 – 2020 Gastdozentin für Lithographie an der Universität der Künste Berlin
Alex Weise lebt und arbeitet in Bremerhaven und Berlin.

Carolin Bernhofer

geboren 1986 in Traunstein
2006 – 2012 Diplomstudium Mathematik an der Ludwig-Maximilians-Universität München
2011 – 2012 Studium Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel und seit 2013 an der Universität der Künste Berlin bei Mark Lammert
Carolin Bernhofer lebt und arbeitet in Berlin.

Frank Sievers

1986 geboren in Bielefeld
2009 – 2012 Studium Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und
von 2012 – 2016 an der Universität der Künste Berlin
2016 Ernennung zum Meisterschüler von Mark Lammert
2018 Stipendium am Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop, im Austausch mit der Fyns Grafiske Vaerksted, Odense, Dänemark
2013 Anerkennungspreis für Grafik der Walter Stöhrer Stiftung
2016 Anerkennungspreis für Grafik und Zeichnung der Helmut Thoma Stiftung
Frank Sievers lebt und arbeitet in Berlin.

Experiment Druckgraphik 2019 – on the go

Daniel Ewinger
● Tomoko Mori
● Katja Pudor

Ausstellung vom 26. Oktober bis 21. November 2019
Graphik-Collegium Berlin e.V. in Zusammenarbeit mit der weißensee kunsthochschule berlin und Kulturring in Berlin e.V.
Vernissage: Freitag, 25. Oktober 2019, 19 Uhr
Einführung: Birgit Effinger
Live-Performance „Service – ein Videofongespräch“ (1996 / 2019):
Steffi Weismann

Wir laden Sie, Ihre Angehörigen und Freunde herzlich ein.

Studio Bildende Kunst – Villa Skupin, John-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin
Nähe S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee, Tram 16, M13
Telefon: 030 / 553 22 76, www.kulturring.berlin
Öffnungszeiten: Mo – Fr 10 – 18 Uhr, Sa 14 – 18 Uhr

Unterstützt durch das Bezirksamt Lichtenberg von Berlin

Abbildungen oben, v.l.n.r.:
Daniel Ewinger. Wohnung, 2017, Lithographie auf Alt Nürnberger Büttenpapier, 59,4 x 42cm
Tomoko Mori, o.T., 2017, Risographie, 40 x 30 cm
Katja Pudor, Protocols of remembering #19, 2019, Vinylcut on antique paper, 35,5×28,5 cm

In unserem Alltag sind wir ständig in Bewegung und auf der Durchreise: Auf dem Weg zur Arbeit, zum Treffpunkt mit Freunden, zur Universität oder zum Einkaufen etc. und manchmal schlürfen wir auch nur einen Becher Kaffee auf einer Bank. Bei diesen Wegen werden wir direkt wie auch indirekt von dem beeinflusst, was wir im Vorübergehen finden und wahrnehmen, welche Qualitäten Orte entfalten und wie Stadträume repräsentiert werden.
Daniel Ewinger, Tomoko Mori und Katja Pudor nehmen ihre Fundstücke, Wahrnehmungen und die Wirkung von Orten zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Auseinandersetzung im Medium der Druckgrafik.
So nimmt Daniel Ewinger Alltagsereignisse und Beobachtungen zum Ausgangspunkt für seine Lithographien mit reduzierten Kompositionen.
Tomoko Mori’s Risographie-Zyklus beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Individuum und räumlicher Gesamtheit und bezieht konkret auch die Lage des Ausstellungsortes – die Villa Skupin – in Lichtenberg in direkter Nachbarschaft zu den Plattenbauten mit ein.
Katja Pudor überarbeitet gefundene fotografische Stadtansichten mit mehreren Druckvorgängen, hebt dieses oder jenes hervor oder bringt es zum Verschwinden und erfindet dabei neue Konstruktionen des Verweisens und des Verwandelns.
Die drei Künstlerinnen setzen sich auf unterschiedliche Weise mit den Möglichkeiten der manuellen Druckgrafik auseinander. Sie sind Meisterschülerinnen der Weißensee Kunsthochschule Berlin und leben und arbeiten in Berlin.

Birgit Effinger

Daniel Ewinger

Seine Arbeitsweise ist fragend, ergebnisoffen, begleitet von aufmerksamer, reflektierender Unruhe, die auch seinen Umgang mit der Drucktechnik prägt. So zeigen seine druckgrafischen Arbeiten ein vibrierendes Innenleben und scheinbar unbändige Formationen. Aufhänger dieser Lithographien sind häufig alltägliche Entdeckungen und Eindrücke von Orten, die sich in einem fortlaufenden dialogartigen Prozess in den Arbeiten niederschlagen.
Nach einem erfolgreichen Abschluss in Malerei/ Freie Kunst an der Weißensee Kunsthochschule Berlin ist Daniel Ewinger seit 2018 im Meisterschülerstudium bei Prof. Pia Linz.
Er hat ein Atelierstipendium der see up workspaces – Studioförderung
für Absolvent*innen und ist in zahlreichen Ausstellungen präsent u. a. Defying Currents, the shelf, Berlin 2018, Winter Solstice Supermix, Fata Morgana, coGalleries, Berlin 2017, Playlist, Erratum Galerie, Berlin 2017, Fluxus+studis 2017, Museum Fluxus, Potsdam 2017, Die Bilder der Anderen, Kommunale Galerie, Berlin, 2016.
www.danielewinger.com

Tomoko Mori

greift in ihren Arbeiten oft räumliche Versatzstücke oder auch Erinnerungen an bestimmte Orte auf. Ihr Arbeitsprozess ist vom Wechselspiel zwischen konzeptioneller Herangehensweise und intuitivem Umgang mit mentalen Bildern und Eindrücken geprägt. So wurde die installative Wandarbeit ‚Blau’ im Jahr 2017 anlässlich einer Ausstellung im Bruno-Taut Haus in Britz konzipiert und nun im veränderten räumlichen Kontext in einer ortsspezifischen Kombination neu zusammengestellt.
Tomoko Mori hat 2014 ihre Meisterschülerinnenausbildung an der Weißensee Kunsthochschule absolviert; sie war 2019 Stipendiatin des Künstlerhauses Lukas in Ahrenshoop und 2018 Stipendiatin des Goldrausch Künstlerinnenprojektes.
Ihre Arbeiten sind in vielen Ausstellungen präsent u.a. Foreign Affairs, art perspectives, Pop-up Galerie, Berlin 2019, Painting Painting Painting, Raum Vollreinigung, Berlin 2019, THE AH-NESS OF THINGS, Projektraum Bethanien, Berlin 2019 und Einzelausstellung
Backstage in der Galerie Inga Kondeyne, Berlin 2019.
www.tomokomori.de

Katja Pudor

überlagert in ihren Arbeiten mehrere Zeitebenen, Materialien und Techniken. Sie verwendet u. a. gefundene Bildquellen und geht dabei der Frage nach, wie das „Jüngstvergangene“ als Vergangenheit und zugleich Gegenwart sichtbar gemacht werden kann. Ihre Grafiken, Zeichnungen, ihre Installationen und Performances verbildlichen verschiedene Denk- und Handlungsstrukturen und markieren Schwellen zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Sie setzen im Sinne einer Archäologie der Gegenwart unterschiedliche Sedimente von Erinnerungen, Bedeutungen und Referenzen frei, die nun in neue Sinnzusammenhänge übertragen werden.
Katja Pudor hat 2005 ihre Meisterschülerinnenausbildung an der Weißensee Kunsthochschule Berlin absolviert und zahlreiche Stipendien
erhalten u. a. 2016 das Arbeitsstipendium Bildende Kunst, Schloß
Wiepersdorf, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des
Landes Brandenburg und 2009 das Arbeitsstipendium Bildende Kunst
der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Sie ist an zahlreichen Ausstellungen beteiligt u. a. in Flüchtige Entwürfe, Deutscher
Künstlerbund, Berlin 2019, Kunst gegen Rechts, Uferhallen Wedding,
Berlin 2019, verve, Pavillon am Milchhof, Berlin 2019 und ist oft auch
Initiatorin und Kuratorin großer Ausstellungsprojekte mit zahlreichen
Beteiligten wie jüngst das Ausstellungsprojekt mit 50 künstlerischen
Positionen put on paper, Errant Sound Project Space, Berlin 2019.
www.katjapudor.de

Experiment Druckgraphik 2018

Carolin Bernhofer / Deutschland
Marta Djourina / Bulgarien
Ahmed Ramadan / Syrien

Lithographien

Ausstellung von Graphik-Collegium Berlin e.V. im Studio Bildende Kunst Berlin-Lichtenberg in Zusammenarbeit mit der Universität der Künste / Druckwerkstatt Lithographie
23. Juni bis 3. August 2018

Vernissage: Freitag, 22. Juni 2018, 19 Uhr

Grußwort: Michael Grunst / Bezirksbürgermeister
Laudatio: Dr. Anita Kühnel / Kunsthistorikerin
Musik: Jonathan Calmet / Violine

Bildvortrag: Mittwoch, 27. Juni 2018, 18 Uhr
„Franz Maria Ferchl und die Annalen der Lithographie“
Jürgen Zeidler, Künstler und Drucker, über ein verschollen geglaubtes Manuskript zur Frühzeit von Steindruck und Lithographie.

Studio Bildende Kunst – Villa Skupin, John-Sieg-Straße 13, 10365 Berlin
Telefon 030 / 553 22 76
http://graphik-collegium.blogspot.de, http://www.kulturring.org

Öffnungszeiten: Mo – Do, 10 – 20 Uhr; Fr, 10 – 18 Uhr; Sa, 14 – 18 Uhr

Schirmherr: Michael Grunst, Bezirksbürgermeister von Lichtenberg von Berlin
Gefördert durch die BVV Lichtenberg von Berlin.

Eine Ausstellung mit dem Schwerpunkt Druckgraphik ist in der heutigen Kunstszene in Deutschland alleine schon ein Experiment. Hinzu kommt eine unverstellte experimentelle Herangehensweise an das Medium Druckgraphik der drei Künstler*innen, hier konzentriert auf die Technik der Lithographie.
Carolin Bernhofers Bilder beziehen ihre Spannung und Ausdruckskraft aus der Kombination von graphischen und malerischen Bildelementen, von dynamischer, einfarbiger Zeichnung und beruhigten, farbigen Flächen. Variable Muster, Raster durch elementare Formen wie Linien, Vierecke, Quader, aber auch skripturale Elemente, Chiffren, ähnlich Ziffern oder Buchstaben prägen diese Bilder. Sowohl die Muster als auch die geometrischen Systeme obliegen keinen starren Vorgaben. Das ermöglicht die Entstehung von neuen visuellen Bildfindungen, die nicht statisch sind, sondern die Kapazität haben sich ständig zu verändern. Flüchtigkeit und Beständigkeit als Lebenserfahrungen sind so diesen Bildern immanent.
Fotografische Bilderfahrungen bilden die Grundlagen im graphischen Schaffen von Marta Djourina. Das Licht wird malerisches Mittel im diffusen Wechsel von Licht und Schatten in den stark abstrahierten, lyrisch-meditativen Bildern. So entstehen einzigartige Bilder, in denen der flüchtige Moment im Vergehen und Aufscheinen des Lichtes lyrisch festgehalten ist. Dabei verdichtet sie diese Farb- und Formmodulationen entweder zu plastisch-reliefartigen amorphen oder biomorphen Flächenornamenten, ähnlich geographischer Landschaftsformen, bis hin zu imaginären Räumlichkeiten.
„Die hautnahe Erfahrung von Unmenschlichkeit war für mich eine Zäsur. Dieses Erlebnis, die Situation in Syrien und mein Leben in Deutschland prägen meine Arbeit.“ – sagt Ahmed Ramadan. So verarbeitet er in vielen seiner Bilder und Graphiken seine unmittelbaren Lebenserfahrungen von Gefangenschaft, Folter und Flucht, oft düster und unmittelbar in abstrakten Bildern oder in Bildcollagen in denen er Erinnerungen und Gegenwart verschmilzt, Schrift und Bild kombiniert. Dabei untersucht er vor allem in seinen druckgraphischen Arbeiten den durch Emigration und Migration gekennzeichneten Teil seines Lebens hin zu einem Zuhause-Gefühl. Vor allem in den auf alten Fotografieren basierenden Lithographien beschreibt er durch fortschreitendes Wegschleifen, gleichsam Wegradieren, einzelner Menschen oder Gebäude den Verlust von Heimat, Familie, Gesellschaft. Diese Motive werden zu Metaphern für den Krieg schlechthin.

Volkhard Böhm

Carolin Bernhofer

geboren 1986 in Traunstein, 2006-2012 Studium Mathematik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit Abschluss Diplom, 2011-12 Studium Freie Kunst an der Kunsthochschule Kassel und seit 2013 an der UdK. Neben ihrem Studium arbeitet sie im Bereich der Technologietransfer-Beratung. / www.carolinbernhofer.de

Marta Djourina

geboren 1991 in Sofia/Bulgarien, 2009-2012 Studium Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, 2012 bis 2014 Studium Kunstwissenschaft und Kunsttechnologie an der Technischen Universität Berlin, seit 2012 Kunststudium an der UdK, 2015 externes Studium Fotografie an der Glasgow School of Art. / www.martadjourina.com

Ahmed Ramadan

geboren 1988 in Tartous in Syrien, 2009 Studium an der Universität der Künste Damaskus, 2011 Verhaftung, Ausreise nach Deutschland, 2012 Studien an der UdK, seit 2013 Studium der Bildenden Kunst daselbst.